Dienstag, 17. Dezember 2024

Brot des Lebens

 In unserer Zeit ist nichts wichtiger als geistliche Nahrung für Anfänger und Fortgeschrittene. Diese findet ihr nicht nur auf diesem Blog, sondern heute vor allem auch hier: 

manfredreichelt.wordpress.com/inhaltsverzeichnis/

https://independent.academia.edu/ManfredReichelt

Montag, 18. Dezember 2023

Die Abwesenheit der Stille

  In einer Vikariatsarbeit schreibt Kerstin Geiger, „Wenn in einer Gebetsgemeinschaft Stille entstand, war das höchstpeinlich.“ Das kenne ich auch aus eigenem Erleben. Dabei sind es doch diejenigen, die den Glauben an Jesus Christus etwas ernster nehmen, die überhaupt an einem Gebetskreis teilnehmen. Etwas mehr nehmen an den Bibelstunden teil. Den übrigen genügt es mit einer gewissen Regelmässigkeit oder nur an den Feiertagen den Sonntagsgottesdienst zu besuchen. So sieht also ist das spirituelle Leben der  Christenheit aus...Was will man da noch von ihm erwarten? 

Ohne Stille kann Gott nicht zu uns sprechen.


Dienstag, 26. März 2019

Es geschehen noch Wunder...

Theologisch gesehen gibt es ja schon lange keine Neuigkeiten mehr, die dem Menschen und dem Gläubigen im Besonderen wirkliche Klarheit vermitteln. Deshalb ist es mir eine große Freude, darauf hinzuweisen, dass wenigstens ein Problem endgültig gelöst wurde. Aber seht selbst: Online-PDF (kann auch heruntergeladen werden).
Tipp: Man sollte sich von diesem etwas längeren Text nicht schrecken lassen, sondern ihn sorgfältig zu Ende lesen.

Mittwoch, 15. November 2017

Brauchen wir einen neuen Gott oder neue Offenbarungen?

Das Online-Portal der evangelischen Zeitschrift „Chrismon“ befasste sich kürzlich mit dem Leid auf unserer Welt und fragte seine Leser: „Bei all dem Leid auf der Welt: Gibt es Gott?“
Darauf antworteten 5,81 % der Abstimmenden mit „Ja“ und 94,19 % mit „Nein“ (Stand 15.11.2017, 16:25 h)! - Ein solches Ergebnis muss jeden Christen zutiefst erschrecken! Denn es zeigt, dass man es, nach 2000 Jahren, nicht fertigbrachte eine wirkliche Antwort auf solche Fragen zu geben. Man muss kein Prophet sein, dass der Glaube an Gott weiter abnehmen wird, wenn sich hier nicht bald etwas ändert. - Deshalb auch meine provokante Überschrift.

Natürlich kann man sich keinen besseren Gott denken als einen Gott der Liebe. Doch Liebe kommt anscheinend in dem Leid der Welt nicht zum Ausdruck. Gerade weil man sich heute unter Gott nur einen Gott der Liebe vorstellen kann, zweifelt man daran, dass es Gott überhaupt gebe. Wie ist der Glaube an Gott aufrecht zu halten, wenn doch so viel Leid geschieht? Wir sprechen dann davon, dass Gott auch heilig und gerecht sei. Wo aber ist die Gerechtigkeit, wenn unschuldige Kinder leiden? - Nein, auch eine Gerechtigkeit ist nicht erkennbar. Deshalb blenden viele Christen einfach diese Fragen aus, anstatt Gott zu bestürmen, endlich auf diese Fragen eine Antwort zu geben. Aber Verdrängen ist keine Lösung, denn sie führt – wie man sieht – geradewegs in den Unglauben.

Nun gibt es tatsächlich, zumindest seit Jahrzehnten, eine überzeugende christliche Antwort auf dieses Problem. Sie muss nur zur Kenntnis genommen und verbreitet werden. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Offenbarung, sondern um ein tieferes Eindringen in die Heilige Schrift als wie es bisher geschah. Da entdeckte der Autor die doch so überraschend einfache Antwort. Ich spreche von dem Buch „Warum gerade ich? - Schicksalsfragen im Licht neuester Erkenntnisse“ des Autors Manfred Reichelt.

Nur, wenn diese Gedanken aufgegriffen werden, kann man den Abfall vom Glauben stoppen, ja erneut Menschen für Jesus Christus begeistern!


Freitag, 26. Februar 2016

Unlebendige Christen und blinde Blindenführer

Der Blog, auf dem Sie sich befinden, heißt nicht umsonst "Glaube und Erkenntnis"; denn was ist Glaube ohne Erkenntnis? - Richtig, blinder Glaube! Und diejenigen, die in blindem Glaube andere belehren, sind blinde Blindenführer.
Wer Glaubensaussagen macht, kann nicht einfach die Bibel zur Hand nehmen und für irgendein Problem eine passende Stelle suchen. Aber so wird es immer wieder gemacht. Ganze Strömungen der Christenheit handhaben das so. Man ist ein "Bibellehrer", nicht ein von Gott gelehrter. Man hat den Buchstaben und pocht darauf, dass gerade der Buchstabe, der präziseste Ausdruck von Gottes Wahrheit sei. Er sei Gottes Wort.

Für einen "Bibeltreuen", wie man sich gern nennt, oder auch einen "Evangelikalen" ist schwer zu verstehen, dass das nicht stimmt. Wer jetzt Zweifel an meinen Worten hat, weil er mich nicht kennt, sollte auf einen anerkannten Vertreter dieser bibeltreuen, evangelikalen Fraktion hören. A.W. Tozer schrieb:
Die Behauptung, dass es einen Unterschied zwischen bibelgelehrt und geistgelehrt gibt, mag manchem Leser einen Schock versetzen. Und doch ist sie zutreffend.
Es ist sehr wohl möglich, dass man in den Grundlagen des Glaubens unterwiesen wurde und dennoch überhaupt nicht verstanden hat, um was es eigentlich geht. Und es ist möglich, ein Experte in der biblischen Lehre zu werden und doch kein geistliches Licht zu haben. Die Folge davon ist, dass ein Schleier über dem Geist bleibt, der ihn davon abhält, die Wahrheit in ihrem geistlichen Wesen zu erfassen.
Die meisten von uns kennen Gemeinden, die ihre Kinder vom zartesten Alter an in der Bibel unterrichten, sie ausführlich im Katechismus unterweisen, sie in Gesprächsgruppen weiter ausbilden und dennoch niemals ein lebendiges Christentum noch eine starke Frömmigkeit in ihnen wecken.

Bei ihren Mitgliedern gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass sie vom Tod ins Leben gekommen sind. Keines der Kennzeichen der Errettung, die in der Bibel so eindeutig angeführt werden, ist unter ihnen zu finden. Ihr religiöses Leben ist korrekt und leidlich moralisch, aber völlig automatisch und ohne jeglichen Glanz. Sie tragen ihren Glauben, wie man früher bei Trauer eine schwarze Armbinde trug, um seine Liebe und Achtung für den Verstorbenen zu zeigen.

Solche Menschen kann man nicht als Heuchler abtun. Viele von ihnen sind ergreifend ernst bei der Sache. Sie sind einfach blind. Weil der lebendige Geist fehlt, müssen sie sich zwangsläufig mit einem äußerlichen Glauben zufriedengeben, während sie die ganze Zeit tief in ihrem Herzen nach echtem geistlichem Leben 
hungern und nicht wissen, wo bei ihnen der Fehler liegt.

...
Unter den orthodoxen Gläubigen findet man manchmal eine leblose Abhängigkeit vom Buchstaben des Textes, ohne dass auch nur das geringste Verständnis seines Geistes vorhanden ist. Wenn wir die Wahrheit wirklich kennen wollen, müssen wir uns beständig vor Augen halten, dass die Wahrheit ihrem Wesen nach geistlich ist."  

An anderer Stelle sagt er: "Was Gott seiner Gemeinde je zu ihrer Zeit zu sagen hat, hängt gänzlich davon ab, in welchem moralischen und geistlichen Zustand sie sich befindet und was die geistliche Not der Stunde ist. Christliche Leiter, die die Schriften unablässig in einer mechanischen Weise auslegen, ohne die gegenwärtige geistige Situation zu berücksichtigen, sind nicht besser als die Schriftgelehrten in den Tagen Jesu, die wie Papageien das Gesetz rezitieren, ohne im entferntesten zu erkennen, was geistlich um sie herum vorgeht.


Wir können sicher sein, dass die Glaubenslosigkeit unserer Zeit, nicht zuletzt diesem gedankenlosen Umgang mit der Bibel, der falschen Selbstsicherheit im Glauben, geschuldet ist.
Wir Christen, beantworten mit biblischen Phrasen, locker vom Hocker, Fragen, die wir selbst nie gestellt haben. Das ist einfach oberflächlich und verantwortungslos.
Ändern wir unseren Sinn! Lasst uns lebendige Christen werden!
Torsten Hebel sagt in seinem Buch "Freischwimmer" :  „Wir brauchen eine neue suchende Spiritualität, denn Theologie ohne Spiritualität ist nur eine Hülle und dient am ende niemandem mehr. Es ist an der Zeit neue Fragen zu stellen, und all die alten Antworten, die wir irgendwann einmal gelernt haben, erst einmal beiseite zu schieben.“



Mittwoch, 15. Juli 2015

Die Reformation beginnt...

Wache Christen sehen die Notwendigkeit einer neuen Reformation. Ja, man müsste sogar schon von Revolution sprechen, denn so sehr sind wir heute vom Ursprung abgewichen. Lassen wir uns bewegen durch den folgenden Beitrag von Manfred Reichelt, der unter der Überschrift "Die Abweichung vom Ursprung" publiziert wurde, und so klar wie nie, den Finger auf die wunden Punkte legt: 

 "Pornographie als Beispiel

Wenn man keine Erfüllung im Ewigen findet, sucht man es anderswo. Das ist für jeden Ungläubigen normal. Aber für einen Christen? Da stimmt doch etwas mit dem Begreifen und der Vermittlung des Evangeliums nicht. Wie anders ist es zu erklären, dass viele Christen Pornographie schauen, ja selbst Prediger und Pastoren?
Bei einer freiwilligen Umfrage im Internet gaben 50 % aller christlichen Männer und 20 % aller christlichen Frauen an, von Pornographie abhängig zu sein. 60 % Prozent der Frauen, die bei der Befragung antworteten, gaben zu, bedeutende Kämpfe mit Lust zu haben, 20 % der zur Kirche gehenden weiblichen Befragten kämpfen mit dem beständigen Anschauen von Pornographie.
(Ergebnisse einer ChristiaNet Untersuchung, berichtet von Marketwire.com, 07.08.06, Clay Jones)
Bei einer Befragung von über 550 christlichen Männern auf einem Männerseminar gaben über 90 % an, dass sie sich von Gott getrennt fühlten wegen Lust, Pornographie oder Phantasien, die sich in ihrem Leben festgesetzt hatten. (http://newmanmag.com Juli/August 2003). Diese erschütternden Statistiken könnten sicher noch beliebig vermehrt werden, aber sie genügen, um einen Einblick in die Seelenlage vieler Gläubigen zu erhalten. Da klingt jedes Gerede von der Erlösung durch Jesus Christus wie blanker Hohn.
Hier fehlt es ganz eindeutig an christlicher Substanz. Dass immer weniger Menschen vom christlichen Glauben etwas wissen wollen, und die Kirchen verlassen, ist notwendige Konsequenz davon. Die Substanzlosigkeit aber offenbart sich nicht allein auf dem Gebiet des Sexuellen, sondern überall im christlichen Glauben. Wo es am Wesentlichen fehlt, nämlich in der Freude, im Glück am Herrn, fehlt es an allem.

Christen leiden an Unterernährung

Der christliche Glaube ist schwach, weil Christen an Unterernährung leiden – aber auch noch diesen Zustand für normal halten, weil er schon so lange andauert. Man hat keinen Bedarf etwas daran zu ändern. Diese Lage entspricht genau der der Gemeinde von Laodizea in der Offenbarung des Johannes (Offb 3,14-22). Dieser Gemeinde wird empfohlen „Augensalbe“ zu kaufen, damit sie sehend werde (V. 18). Was bedeutet das? Die Gemeinde und ihre Leiter sind blind ! Sie sind blinde Blindenführer! Ist das nicht erschütternd? Da wird in den Kirchen und Gemeinden überall vor Verführung gewarnt. Und wo sieht man nicht überall den Feind? In der Esoterik, im Okkulismus, in der Mystik, in der Wissenschaft, in der Philosophie – kurz in allem, das anders ist, als dem, was wir für richtig befinden! Aber nein, die Verführung ist mitten unter uns. Sie ist in uns selbst. In jedem einzelnen! An uns ist es, sich das einzuzugestehen und nach Veränderung zu streben (V. 19).

Die Kontinuität der Fehlentwicklungen

Die Fehlentwicklungen des Christentums begannen schon sehr früh. Sie begannen bereits zur Zeit der Apostel. Aber sie konnten diesen noch ein gewisser Einhalt gebieten. Das musste sich naturgemäß ändern, wenn Männer von geringerem Format als diese, und demzufolge von geringerem Verständnis, die Geschicke der Gläubigen leiteten.

Der Bischof Polykarp, der Paulus noch persönlich kennenlernte, gesteht bereits, dass er vieles nicht begreife. „Brüder, nicht ich selbst habe es mir herausgenommen, euch dies über die Gerechtigkeit zu schreiben, sondern (ich tat’s,) weil ihr mich dazu aufgefordert habt. Denn weder ich noch sonst einer meinesgleichen kann der Weisheit des seligen und berühmten Paulus gleichkommen, der persönlich unter euch weilte und die damaligen Leute genau und untrüglich unterrichtete im Worte der Wahrheit, der auch aus der Ferne euch Briefe schrieb, durch die ihr, wenn ihr euch genau darin umsehet, erbaut werden könnt in dem euch geschenkten Glauben;“ (Brief des Polykarp von Smyrna an die Gemeinde von Philippi 3,1-2.)

Ein anderer Bischof durchreist Kleinasien, nur um sich wegen ein paar Feiertage abzusprechen. Gab es denn nichts Wesentlicheres zu tun ? Eben hatte man noch vom bedeutendsten Ereignis der Menschheitsgeschichte gehört, und dann ist einem schon etwas anderes wichtig…
Der Abstieg von der Anfangshöhe christlichen Glaubens setzte sich bis in unsere Zeit kontinuierlich fort. Wohl gab es hin und wieder auch Aufschwünge, aber nie mehr wurde der Glanz der frühen Zeiten erreicht. Die Entfaltung des Reichtums, der uns in Christus gegeben ist (Kol 2,3), unterblieb weitgehend.

Die Verkehrung des Evangeliums

Das Ziel der Gläubigen wurde immer weniger, dass sein Reich, das „nicht von dieser Welt“ und deshalb unsichtbarer Natur ist, komme (Jo. 18,36, Mt. 6,10), sondern sich eines Platzes im Leben nach dem Tod, das man als „ewiges Leben“ missverstand, zu versichern. Wollte man dies zunächst noch durch einen bestimmten Lebenswandel erreichen, so sollte ab Luther allein die Gnade genügen, um nach dem Tod ins „Himmelreich“ eingehen zu können.
Aus der „engen Pforte“ wurde enges Denken, aus dem Jagen nach der Heiligung – ohne die niemand den Herrn schauen wird (Hebr. 12,14), wurde gemütlich – bürgerliches Leben, aus einem erfüllten, sinnvollem Leben im Hier & Jetzt, wurde Erlösung durch den Tod. Christen verbannten Christus immer mehr von der Erde!
Nicht länger war er das, wozu er gekommen war: Neues, erlöstes Leben, das sich mittels des Glaubens und der Erkenntnis, Erfüllung bringend und Krankheit und Tod überwindend, in uns entfalten wollte (Mt, 13,33). Eine größere Abweichung vom ursprünglichen Glauben konnte es nicht geben!
Verwundert uns also noch, dass immer weniger Menschen von Christus wissen wollen?"

Sonntag, 20. April 2014

Wie man "Christ" sein kann, und sich dennoch Gott vom Leibe hält....



Wie lautet das erste Gebot? „Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit allen deinen Kräften.“ Doch was bedeutet das? Sind damit die Gebote gemeint und deren Erfüllung? Doch wohl kaum. Denn diese Aufforderung ist ja ein Teil der Gebote.
Was ist es also, das wir lieben sollen? - Den tiefsten Kern, den Grund aller Dinge. Das Ewige.
Doch, wer tut das schon? Wer kann das überhaupt? Wenn wir nämlich Gott so liebten, wie gefordert, nämlich ganz, dann wäre doch für anderes überhaupt kein Raum mehr.
Was würde geschehen, wenn wir so Gott liebten? Lassen wir den Kirchenvater Augustinus darauf antworten: „Wenn die Seele etwas liebt, wird sie ihm gleich; wenn sie weltliche Dinge liebt, wird sie weltlich, aber wenn sie Gott lieben sollte (so muss man fragen), wird sie dann nicht zu Gott?“

Einer vermochte das Gebot völlig zu erfüllen, aber das erschreckte die Juden, die es doch hätten besser wissen sollen, so sehr , dass sie ihn „suchten (...) nun noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleich machte. „(Joh. 5,18)
Es gab und gibt aber auch Menschen, in denen die Gottesliebe größere Ausmaße annahm, als man das gemeinhin aus den Reihen der Christen kennt. So sagt Katharina von Genua, die hier für viele das Wort führen mag, 'ich empfinde eine solche Liebe zu Gott, daß alle Liebe zum Nächsten mir im Vergleich zu jener zu Gott als eine Heuchelei erscheint'. Oder Mme. Guyon: 'Ich liebte Gott mehr als der leidenschaftlichste Liebhaber seine Geliebte... Diese Liebe war so beständig und beschäftigte mich so unablässig und so mächtig, daß ich an nichts anderes zu denken vermochte.“

Der Weg des Glaubens führt nach Innen

Diejenigen, denen Gott ihr eins und alles ist, bezeichnet man als Mystiker. Sie sind Gott am nächsten. Kein Wunder, dass wir deshalb in ihrem Leben so manches wunderbare Ereignis finden, aber auch so manchen Kampf. Denn Gott so nahe zu kommen, wie es ihnen gelang, ist nicht so einfach. Jedes Menschen Liebe ist erst einmal auf das Äußere gerichtet und nicht auf das Innere.
Im Äußeren sucht der Mensch Befriedigung, und nicht bei Gott. Wäre es anders, bedürfte es gar nicht des ersten Gebotes.
So wenig, wie die Juden Lust hatten dieses Gebot zu erfüllen, so wenig haben es wir Christen. Mancher, der meint ein solcher zu sein, weiß deshalb nichts besseres, als vor der Mystik und dem „Okkulten“ zu warnen. Sie pochen auf „das feste Bibelwort“ und wollen sich damit alle Berührung mit dem lebendigen Gott, die nur durch die Überwindung der unterbewussten Kräfte („Fleisch“„Teufel“, „Dämonen“ ) geschehen kann, fernhalten.
Trotzdem man von Wiedergeburt und Taufe redet, lässt man einen Reinigungs- und Heiligungsprozess nicht zu. Man bleibt unerneuert, in fleischlicher Gesinnung stecken – aber überdeckt das mit einer intensiven Beschäftigung mit der Bibel. Diese kann man schließlich für jeden Anlass gut zitieren. Deshalb glaubt man auch ein guter, gereifter Christ zu sein. Da alle anderen Glieder der Gemeinde, deren man sich zugehörig fühlt, auch nicht anders sind, bekommt man bestätigt, auf dem rechten Weg zu sein. Was für ein Irrtum!